Ich mag kompakte Dampfer-Boxen im Stil der BilletBox, der RailBox oder der Joyetech eGrip. Alles stylisch und sicher verpackt in einer handlichen Box, ohne einen Verdampfer der absteht, ist genau das Format das am besten in meine Jacken-oder Hosentaschen passt. Zudem bietet die «Verpackung» solcher Boxen zusätzlichen Schutz für den Verdampfer, der so schon fast buchsicher durch die Welt transportiert werden kann. Von dem her war mein Interesse an der Kanger NeBox schon geweckt als ich den ersten Schnell-Review von Grimm Green auf YouTube gesehen habe. Grimm meinte in der Kurzvorstellung auch, dass er mit der Dampfentwicklung absolut zufrieden ist und er auch gelesen hat das die Box sifft, aber nicht bei ihm. Das war für mich noch ein Grund mehr, mir so schnell als möglich eine NeBox bei e-smoking.ch abzuholen.

Für den Preis von CHF 89.00 bekommt man die NeBox in einer schicken Verpackung, dazu eine Verdampferkopf mit 0.5 Ohm, die RBA Einheit, einen recht gut fertig gewickelten Draht, ein wenig Watte und ein paar Ersatzschrauben sowie das obligate Paperwork bestehend aus Kurzanleitung, Scratch-Code Zertifikat plus 4 schwarze Klebstreifen die man auf die Akkus kleben kann, wenn man denn will.

Da ich kein Freund von Fertigverdampfer bin, habe ich natürlich als erstes die RBA gewickelt und installiert. Danach die 10ml Liquid rein, einen neuen Sony Konion reingeschoben und schon ist die Kleine einsatzbereit. Der Dampf und der Geschmack der NeBox haben mich von Anfang an überzeugt. Dichter, voller Dampf mit einem klaren Geschmack, genau so gefällt mit Tank-Sub-Ohm! Meine Wicklung ist mit gedrilltem Kanthaldraht bei 0.5 Ohm angelangt und als Transportmaterial benütze ich die Fiber Freaks Watte. Das Ganze dampfe ich bei 25-35 Watt. Klar das Wickeln auf der RBA Einheit ist nichts für Anfänger, aber für die ist die NeBox auch nicht gedacht. Platz ist da nicht viel vorhanden und den Draht ohne Kurzschluss zu montieren ist auch nicht unbedingt gegeben. Steht nämlich ein klein wenig vom Draht über die Schrauben hinaus, berührt der Draht das Gehäuse der Verdampferkammer und produziert so einen Kurzschluss. Zum Glück hat die NeBox aber eine Sicherung gegen Kurzschluss eingebaut, insofern muss man keine Angst haben, das einem der Akku ausgast und um die Ohren fliegt.

Da ich die NeBox schon einige Wochen in Betrieb habe, kam dann auch der Moment wo ich die Wicklung hätte austauschen müssen. Bei einem «normalen» Verdampfer nehme ich dann jeweils die Watte raus und glühe die Coil durch bis sie wieder sauber ist. Wer denkt das dass mit der NeBox nicht funktioniert, liegt falsch. Auch hier kann man sich die Coil wieder frei brennen, allerdings sollte man beachten das der Tank aus Kunststoff ist und demzufolge leichter auf Hitze reagiert als das bei Glas der Fall ist. VORSICHTIGES pulsen und ein anschliessendes Auswaschen des Tanks mit einer kleinen Spritze und sauberem Wasser haben bei mir aber weder einen verbrannten Geschmack hinterlassen, noch den Tank beschädigt und der Geschmack wie auch der Dampf waren danach wieder einwandfrei.

Trotz meines Enthusiasmus für die NeBox muss ich fairerweise auch die dunkle Seite der Kleinen beschreiben. Als erstes wäre da der Polycarbonat-Tank. Wenn man gerne oder ausschliesslich aggressive Liquds wie z.Bsp. Menthol oder Zitrusfrüchte dampft, sollte man wahrscheinlich eher keine NeBox kaufen. Ich hab dafür zwar keine Beweise, aber man hört das aggressive Liquids einen Kunststoff-Tank trüben können. Eine Trübung gefällt mir gar nicht, das zeugt von irgendwelchen chemischen Reaktionen und es ist nicht auszuschliessen das sich dabei Stoffe freisetzten, die man lieber nicht inhalieren will. Dann wäre da noch das umständliche Wechseln des Akkus. Der Deckel des Akku-Fach hat nämlich nicht wie der Deckel des Tankes eine Rändelung die es einem vereinfachen würde, den Deckel abzuschrauben, sondern muss mit einer Münze oder einem passenden Werkzeug demontiert werden. Da ich in der Zwischenzeit aber auch Besitzer einiger Joyetech-Hardware bin, benütze ich dazu gerne und fast ausschliesslich das nette kleine «VW-Käfer» Werkzeug das bei Joyetech jeweils beiliegt. Damit gelingt das Wechseln des Akkus in Sekunden, auch wenn die Gewinde des Akku-Fachs nicht zu den Besten gehören.

Die anscheinenden Ungenauigkeiten in der Ausgangsleistung interessieren mich übrigens auch nicht sonderlich.Ich dampfe nicht nach Zahlenwerten auf den Displays sondern eher nach Gefühl. Insofern hätte ich auch kein Problem damit, wenn die NeBox einfach nur eine Farbangabe für die Ausgansgleistung hätte statt die Watt anzuzeigen. Die fehlende Airflow Kontrolle könnte auch den Einen oder Anderen stören. Ich finde zwar das die Box einen perfekten (Subohm-) Luftzug hat, aber wer hier regulieren möchte, für den ist die NeBox nichts. Und zu guter Letzt wäre da noch die Verarbeitungsqualität. Bei mir hat sich innerhalb ein paar Wochen die Farbe an der Unterseite schon klar verabschiedet und dafür das blanke Metal zur Schau gestellt. Mich persönlich stört das aber auch nicht wirklich. Erstens erwarte ich von einer CHF. 89.00 Box nicht die gleiche Verarbeitungsqualität die ein CHF. 150.00 Selbstwickler (ohne Akkuträger) bietet und zweitens ist die NeBox für mich ein Arbeitspferd. Die muss nicht schön ausschauen, sondern funktionieren.

Und dann noch ein Wort zum ominösen Siffen der NeBox. Bei mir hat die Kanger NeBox auch gesifft und das gleich recht heftig. Aber nur einmal und das war während dem Aufladen via USB Anschluss. Ich hab mir dann überlegt wieso der Grimm sagt die Box siffe nicht und gehe davon aus, dass der Grimm IMMER ein paar geladene 18650er herumliegen hat und die Box durch Austauschen des Akkus wieder mit Strom versorgt und nicht via USB Stecker, von denen man ja mittlerweile sowieso immer zu wenig zur Verfügung hat. Zudem habe ich beobachtet das die NeBox beim Aufladen ein wenig warm wird. Wärme macht das Liquid flüssiger und somit findet das kostbare Nass einfacher einen Weg nach Draussen. Seit ich die NeBox nicht mehr am USB Anschluss lade, hat die Box bei mir nicht ein einziges mal gesifft, kein Mikrotropfen an Liquid gelangt nach draussen, die Box ist ohne USB - Aufladung siff-sicherer als die meisten meiner anderen Verdampfer.

Mein persönliches Fazit nach meinem mehrwöchigem Test; Ich persönlich liebe die NeBox und mittlerweile verlasse ich das Haus nicht mehr ohne. Aber die NeBox ist kein Anfängergerät sondern richtet sich an die erfahrenen Dampfer. Meiner unqualifizierten Meinung nach, kann übrigens auch ein Backen-Dampfer getrost zur NeBox greifen obwohl auch ich den Einruck habe, dass die Box eher für direkt-Inhalierung gedacht ist. Die fehlende Airflow Control lässt einem hier aber sowieso keine grosse Wahl, man muss es lieben, oder man lässt es lieber. Das Gerät ist für mich wie oben schon erwähnt, ein Arbeitstier. Der wunderbar grosse 10 Milliliter Tank reichen bei mir mit 25-35 Watt gerade bis ein frisch aufgeladenen Sony Konion auch keinen Strom mehr hat. Das sind aber schon Leistungen die seinesgleichen suchen. Einen ganze Tag, ohne Liquid nachfüllen und ohne einen Akku zu wechseln macht mir das Dampfen ausser Haus überaus angenehm und einfach. Dazu der wunderbare Geschmack und die überaus gute Dampfentwicklung die auch einem Cloud-Chaser gefallen dürften, alles kompakt in einer kleinen Box, zu einem fairen Preis was will man mehr?

Von mir kriegt das Gerät auf alle Fälle eine Kaufempfehlung, als Selbstwickler und mit ein paar Einschränkungen klar, aber das Preis/Leistungsverhältnis ist meiner Ansicht nach sehr gut…halt einfach nicht für Anfänger.

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