Einen Vapor Giant hab ich mir eigentlich schon lange gewünscht, aber die Tatsache das ich schon vier Squape Tankverdampfer mein Eigen nenne, hat mich bis jetzt immer davon abgehalten, in einen der schmucken Verdampfer von Niko Vapor  zu investieren. Der Vapor Giant Go Mit seinem günstigen Preis von unter 50.00 Fr. machte es mir allerdings sehr schwer zu diesem Vapor Giant NEIN zu sagen. Das Killerfeature des Vapor Giant Go, nämlich vorgewickelte Coils mit organischer Watte zu installieren, interessiert mich persönlich aber überhaupt nicht. Das hat weniger mit der Qualität der verwendeten Coils zu tun, sondern mehr mit meiner Sturheit nur noch Selbstwickler-Verdampfer zu benützen. Der Grund dafür ist die höhere Flexibilität bei den Wicklungen, dem eingesetzten Draht, und dem Widerstand wie auch dem verwendeten Füllmaterial. Ich lass mir halt einfach nicht gerne vorschreiben wie ich meine Wicklungen zu verwenden habe. Von dem her passt der Vapor Giant Go leider auch nicht perfekt in meinen Anforderungskatalog, bis auf die Tatsache dass es dazu auch eine separat erhältliche und relativ günstige RBA Einheit gibt, die ich dann selber wickeln kann und mit der sich auch meine Wünsche nach mehr Flexibilität einfach realisieren lassen.

In diesem Artikel werden darum nicht die fertig gewickelten Coils betrachtet sondern nur und ausschliesslich die Möglichkeit den Vapor Giant Go als Selbstwickler zu betreiben. Passende Verdampferköpfe gibt es übrigens in folgenden Konfiguration; 0,15Ω NI200, 0,5Ω NiCr oder 1,0Ω NiCr, aber wie schon geschrieben, auch wenn die existierenden Testberichte eine ganz klare Kaufempfehlung dafür abgeben, meine Welt ist das nicht.

In der Verpackung des Vapor Giant Go und der RBA findet sich neben dem Verdampfer selber auch eine kleine Auswahl an Ersatzteilen wie Schrauben und passende O-Ringe. Das ist in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich aber höchst lobenswert. Sollte wider Erwarten nämlich einer der O-Ringe mal defekt sein, oder eine Schraube beim hantieren herunter fallen, muss ich nicht mühsam nach Ersatzteilen suchen. Der Verdampfer selber besteht aus vier Hauptteilen: Dem Drip Tip in gewohnter Vapor Giant Qualität allerdings ohne aufwändige Gravur, dem Tank mit  eingebautem Pyrex Glas, der Verdampfereinheit oder in meinem Fall der RBA und der so genannten Base. Die Komplexität dieses Verdampfer hält sich also in Grenzen was ich persönlich aber durchaus als Vorteil betrachte. In meinem Verständnis ist bei einem Verdampfer weniger oft mehr und die hohe Kunst beim Bau eines solchen Gerätes besteht darin, mit wenig Teilen möglichst viel Effizienz herauszuholen was dann im Endeffekt der Benutzerfreundlichkeit zu gute kommt. Ein kleiner Nachteil des Vapor Giant Pro ist, dass sich der Glastank anscheinend nicht so einfach austauschen lässt. Glastanks sind zwar als Ersatzteile erhältlich, aber es scheint als wäre der Wechsel desselben nicht wirklich einfach. Ich selber habe die oberste Kappe nicht weggebracht und auch der Obi schien damit einige Probleme zu haben. Nichtsdestotrotz ist es möglich einen gebrochenen Glasdank zu ersetzen, was in dieser Preisklasse auch nicht selbstverständlich ist. Für mich persönlich ist das aber sowieso kein grosses Problem da der Glastank selber durch den Edelstahl gut geschützt ist und ich den Vapor Giant Go meistens in meiner Rail Box benütze, die den Verdampfer durch das Aluminiumgehäuse zuverlässig schützt.

Die RBA Einheit besteht aus drei Einzelteilen; dem Deckel, der Verdampferkammer und dem RBA Sockel. Der RBA Sockel hat vier Luftlöcher, also zwei mehr als die fertig gewickelten Verdampfereinheiten. Den Plus und den Minuspol kann man entweder via der seitlich gebohrten Löcher oder auch direkt mit den oben angebrachten Schrauben benützen. Auch wenn es ein wenig frickelig ist die seitlichen Löcher zu benützen, würde ich empfehlen nicht die oberen Schrauben für die Wicklung zu benutzen. Es passiert nämlich vor allem bei dickerem Draht relativ schnell, dass wenn die Wicklung mit den oberen Schrauben befestigt wird, die überstehenden Enden des Drahtes zu einem Kurzschluss auf der Verdampferkammer führen. Wenn man den Trick mit dem abknicken des Drahtes mal raus hat, ist es sowieso einfacher mit dem seitlichen Bohrungen zu arbeiten. 

Bei den verwendeten Drähten ist der Vapor Giant Go relativ flexibel. Klar eine 0.5/0.25 mm Clapton Coil werde ich durch die kleinen Löcher nicht durchwursteln können, aber von herkömmlichen 0.35mm Kanthal bis zu meinem momentanen Lieblingsdraht, 0.4 mm gedrillter oder gedrehter Kanthal-Draht lässt sich alles mehr oder weniger  problemlos durch die kleinen Löcher seitlich installieren.

Ich habe momentan eine 0.65 Ohm mit gedrehtem 0.4 Kanthal-Draht und Fiber Freaks auf der RBA seit längerem in Betrieb und dampfe das Ganze mit 20-30 Watt. Diese Wicklung lässt sich aber auch bis zu 40 Watt problemlos betreiben, kokeln hat sich bei mir auch bei höheren Watt Werten nicht eingesetzt. Wer mag kann natürlich auch eine Wicklung unter diesen Werten anbringen. Für mich persönlich bewegen wir uns dann allerdings in Bereichen, die ich lieber auf Tröpfler-Verdampfer einsetzte. Nicht weil der Liquid-Nachfluss nicht gegeben wäre, sondern weil ich bei Tankverdampfer immer eine gesunde Balance zwischen Strom-und Liquidverbrauch mit einer ordentlichen Dampfleistung anstrebe. Tankverdampfer sind bei mir die Geräte die mit mir auf die Strasse kommen und wenn die Wicklung zu krass ist, steigt damit natürlich neben dem Liquid- auch der Stromverbrauch. Mit der aktuellen Wicklung kann ich den 4 ml Tank mind. zweimal füllen und muss meine Efest 2100 mAh Batterie dabei nie wechseln. 

In der Zwischenzeit hatte ich auch die Möglichkeit einen Vapor Giant Mini zu erwerben und ich muss ehrlich gestehen, auch wenn die Verarbeitung des Vapor Giant Mini  einen wertigeren Eindruck als beim Vapor Giant Go macht, ich mag den günstigen Bruder, also den Vapor Giant Go lieber. Vor allem das Handling des Vapor Giant Go ist sehr viel einfacher. Tank abschrauben, Liquid reinschütten und gut ist. Der Vapor Giant Mini ist da schon aufwändiger, mit Spezialtool Liquidkontroll schliessen, Liquid durch die kleinen Löcher reintröpfeln, Deckel wieder rauf und Liquidkontroll wieder öffnen. Bin ich nicht schnell genug oder vergesse ich mit dem Spezialtool die Liquidkontroll zu schliessen, sind mir auch schon mal ein paar ml Liquid auf den Tisch rausgelaufen.

Das ist mir beim Vapor Giant Go nie passiert. Kein kokeln, kein siffen, kein gar nichts ausser formidablem Dampf. Der ganze Aufbau des Vapor Giant Go ist dem Squape übrigens nicht unähnlich. Allerdings muss ich im direkten Vergleich mit dem Squape auch sagen, der Geschmack ist beim Vapor Giant Go teilweise sogar besser als auf einem Squape mit S-Deck was ich zum Preis der für den Vapor Giant Pro hingelegt werden muss schon ausserordentlich erstaunlich finde.

Wer zur Liga der Cloud Chaser gehört wird am Vapor Giant Go auch seine Freude haben. Die Luftlöcher lassen sich fast komplett auf Durchzug stellen und mit entsprechenden Stromwerten lassen sich damit recht ansehnliche Wolken produzieren. Meiner Meinung nacht ist die AFC übrigens einer der wenigen Kritikpunkte des Vapor Giant Go. Auf normalen Box- oder Tubemods ist es mir öfters passiert das ich die AFC unbeabsichtigt verstellt habe. Aber wie schon oben erwähnt, der Go hat in meiner Rail Box sein neues Zuhause gefunden, von dem her hat sich dieses „Problem“ für mich erledigt. Zudem ist die AFC so einfach zugänglich, dass man auch einfach wieder auf seine Lieblingsstellung zurück drehen kann.

Wer also einen günstigen und ausgezeichneten Selbstwickler-Verdampfer sucht, kann beim Vapor Giant Go bedenkenlos zuschlagen. Auch die Möglichkeit fertig gewickelte Coils zu benützen, machen den erstmaligen Einstieg in die Welt der Selbstwickler recht einfach. Sollte es einem nämlich nicht zusagen selber zu basteln und zu spielen, kann man immer noch die ausgezeichneten Ferig-Coils zu kaufen und dementsprechend ist das Geld für diesen Verdampfer nicht verloren.  Wer bereits einen Vapor Giant Go hat, soll sich die RBA unbedingt  genauer anschauen. Obwohl das Deck recht klein ist und nicht so problemlos zu Wickeln ist wie ein Vapor Giant Mini oder ein Squape, der günstige Preis rechtfertigt die Anschaffung auf alle Fälle und gibt im Endeffekt doch noch ein wenig mehr Flexibilität den Dampf nach seinem eigenem Gusto zu verändern als mit den Fertigköpfen.

Der Vapor Giant Go kann hier bestellt werden.