Heute ist wieder Weltnichtrauchertag, der Tag an dem die WHO auf die Gefahren des Rauchens aufmerksam machen will, unterstützt von staatlichen Stellen und Krebszentren. Das ist auch richtig und nötig, denn alleine in der Schweiz sterben jährlich über 9500 Personen an den direkten Folgen des Rauchens. Das sind mehr als 12.5% aller Todesfälle. Aber leider ist das nur die halbe Wahrheit. Das wirklich zynische an der Geschichte ist, dass die Raucher- und ihre Krankheiten von vielen Interessensgruppen bewirtschaftet werden, welche sich vehement dafür einsetzen, dass die Bevölkerung nicht zu gesund wird.  

Über die Schädlichkeit von Tabak müssen wir uns nicht streiten. In einer herkömmlichen Zigarette stecken mindestens 69 krebserregende Stoffe und Teer, übrigens alles Stoffe, welche in einer E-Zigarette so nicht zu finden sind. Deshalb muss es das oberste Ziel sein, dass so wenige Tabakzigaretten wie möglich geraucht werden.

Gemäss den Zahlen des BAG zum Tabakkonsum in der Schweiz, rauchen 25% der Bevölkerung. «Die krebserregenden Stoffe, die im Zigarettenrauch enthalten sind, haben Auswirkungen auf den gesamten Körper. Aus diesem Grund verursacht der Tabakkonsum viele Krankheiten und frühzeitige Todesfälle. Im Zigarettenrauch sind 7‘000 chemische Stoffe enthalten, wovon 69 nachweislich krebserregend sind.» Die wirtschaftlichen Kosten des Tabakkonsums betragen Milliarden Franken für die Allgemeinheit.

Vor diesem Hintergrund erscheint es aus gesundheits-ökonomischer Sicht als nicht gerechtfertigt, die E-Zigarette zu Tode zu regulieren. Im Gegenteil, die Dampfgeräte müssen gefördert werden, denn 57% der Raucher möchten gemäss BAG damit aufhören, schaffen es aber nicht.

Bisher ist nicht belegt, dass durch den Konsum nikotinhaltiger E-Zigaretten krebserregende Stoffe aufgenommen werden. Für Raucher, die mit dem Rauchen aufhören wollen, stellt die E-Zigarette nach dem Wissensstand heute eine viel weniger schädliche Alternative dar, trotzdem wird diese nahezu überall mit zum Teil unlauteren Mitteln bekämpft.

Britische Forscher haben vor wenigen Wochen einen 200-Seitigen Report publiziert, in welchem festgehalten wird, dass die E-Zigarette die Chance ist, Mensch und Gesellschaft gesünder zu machen. Die Britische Ärzteorganisation erklärt, dass die Schäden für die Gesellschaft radikal reduziert würden. Die Epidemiologien verweisen vor allem auf die deutlich geringeren gesundheitlichen Risiken. Man muss aber auch verstehen, dass in England das Gesundheitssystem staatlich ist und der Staat direkt profitiert, wenn die Kosten im System gesenkt werden können. Im übrigen Europa (ausser Portugal) ist das leider nicht so.

Zurück in die Schweiz. In der Schweizer Drogenpolitik wird seit Jahren die erfolgreiche Vier-Säulen-Politik angewandt. Prävention, Therapie, Schadensminderung, Repression/Marktregulierung. Warum aber verfolgt man den Ansatz der Schadensminderung beim Raucher nicht weiter, wenn doch bekannt ist, dass 57% der Raucher damit aufhören möchten, es aber nicht schaffen? Und warum wird die E-Zigarette in der Schweiz mit Marktregulierungen und Verfügungen (BLV) vom Markteintritt abgehalten? Warum macht das BAG das? Der Schutz der Bevölkerung und der Jugendschutz kann mit weit weniger drastischen Mitteln problemlos umgesetzt werden, damit die Raucher auch die Chance erhalten, für eine Schadensminderung. Es ist nicht zu bestreiten, dass gar nicht zu Dampfen die beste Lösung wäre. Aber unter Anbetracht der 57% Raucher, welche es nicht schaffen, ist es Gesundheitsgefährdend, wie sich das BLV verhält.  

Wer profitiert denn am meisten, wenn die E-Zigaretten nicht, oder nur sehr streng reguliert auf den Markt gebracht werden dürfen? Es sind verschiedene Protagonisten, welche leider auf dieser Welt sehr viel Macht ausüben. Auf der ganz oberen Ebene der mit allen Mitteln gegen die E-Zigarette kämpfenden Organisationen steht die Pharmaindustrie, verbandelt mit diversen Organisationen und einer Lobby, die seinesgleichen sucht. Dabei geht es in erster Linie nicht einmal um die extrem fallenden Verkaufszahlen von Nikotinersatzprodukten, sondern vielmehr darum, dass mit Raucherkrankheiten wie Krebs, COPD usw. in Europa Milliarden verdient werden. Zum Teil grenzt es an grösste Unverschämtheit, wenn man sieht mit welchen Vereinen und Sponsorings die Pharmaindustrie agiert.

Natürlich ist auch die Tabakindustrie nicht glücklich über die Dampfgeräte, allerdings ist deren Widerstand bis heute eher lau im Vergleich zur Pharmaindustrie.

Dann haben wir den lieben Staat. Bisher dachte ich immer, dass in der Schweiz genügend Geld vorhanden ist, das damit noch nicht so eiskalt kalkuliert wird. Ich habe mich leider geirrt. Die Tabaksteuer beschert dem Staat im Jahr 2014 saganhafte 2.257 Milliarden Franken einnahmen, welche richtigerweise in die AHV fliessen. Das sind 5% der gesamten AHV einnahmen. Diese Tatsache, in Kombination mit der grossen Bekämpfung der E-Zigarette durch das BLV (welches den Auftrag hat die Bevölkerung zu schützen) und dem Wissen, dass unsere Gesundheitskosten nicht staatlich sind, bringt einen zum Schluss, dass der Staat gar nicht so wirklich an gesunden, altwerdenden Bürgern interessiert ist. Diese beziehen viel länger AHV und verursachen beim Sterben meistens trotzdem auch enorme Kosten. Deshalb ist der Raucher für den Staat direkt wirtschaftlicher.

Es gibt mittlerweile viele Ärzte, darunter Pneumologen, Kardiologen uvm. welche Ihre Patienten zu uns in den Laden schicken. Ich möchte euch aufrütteln. Informiert eure Kollegen, eure Politiker, eure Raucher im Umfeld über diese Missstände. Wir müssen uns für die Dampfgeräte und die möglichen Gesundheitsverbesserungen für die Raucher einsetzen. Alle. Die Nichtraucher haben auch etwas davon!

Und zum Schluss wünsche ich allen Dampfern, Nichtrauchern und auch den Rauchern einen schönen Weltnichtrauchertag. Lasst Dampf ab.